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Meisterhaft: Die Digitale Erweiterung des Städel Museums

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Digitale Erweiterung des Städel Museums
Digitale Erweiterung des Städel Museums, Foto: Andreas Reeg

200 Jahre alt, doch kein bisschen eingestaubt – Das Städel Museum gilt im Bereich der Online- und Social-Media-Kommunikation schon lange als Vorreiter. Zum Jubiläum zeigt uns das Museum auf beeindruckende Weise, wie man den digitalen Raum für die Kunstvermittlung nutzen kann.

Freies WiFi im Museum, eine eigene App, Digitorials, Web-Kunstgeschichtskurse, edukative Games für Kinder und eine Digitale Exponate-Plattform. Das 200-jährige Bestehen des Städel Museums im Jahr 2015 nahm die älteste Museumsstiftung Deutschlands zum Anlass, mit zahlreichen digitalen Vermittlungsangeboten die eigene Sammlung auf eine neue, zeitgemäße Art zugänglich zu machen.

Digitale Sammlung

Das Herzstück der Digitalen Erweiterung ist die Digitale Sammlung, die seit dem 15. März 2015 online verfügbar ist. Darin werden zu ausgewählten Kunstwerken der Sammlung Abbildungen, multimediale Inhalte sowie viele weitere spannende Informationen geboten. Zu jedem Werk erhält der Nutzer nach Aufruf großformatige Abbildungen in HD Qualität, eine Übersicht zur Ausstellungsgeschichte, verschiedene Text- oder Audioguide-Beiträge und Filmangebote. Zum Auftakt sind rund 600 Werke gelistet sowie 490 Audiospuren und über 80 Filmproduktionen verfügbar. Bis zum Jahresende sollen mehr als 1.500 Werke aufrufbar sein.

Städel Digitale Sammlung
Städel Digitale Sammlung, Verknüpfungen innerhalb der Plattform, Foto: Städel Museum
Städel Digitale Sammlung
Städel Digitale Sammlung, Ansicht eines einzelnen Werkes, Foto: Städel Museum

Die neue Plattform ist keine reine Bildergalerie. Der Nutzer bekommt zu jedem Werk Verknüpfungen zu anderen Werken angezeigt, beispielsweise zur Stilrichtung, Motiv, Zeit oder Stimmung. So erhält man Assoziationen, auf die man selbst wahrscheinlich nie gekommen wäre. Der Nutzer soll sich im „digitalen Schlendern“ verlieren und so die Sammlung des Städel Museums ganz neu entdecken. Die Nutzer können zudem Favoriten markieren, Alben anlegen und diese über Social-Media-Kanäle teilen; auch die individuellen Schlenderpfade durch 700 Jahre Kunstgeschichte können geteilt werden.

Mit dem Digitorial vorbereitet zur Ausstellung

Beginnend mit der Ausstellung Monet und die Geburt des Impressionismus im März 2015 erhalten interessierte Besucher künftig vor ihrem Ausstellungbesuch aufwendig produzierte, kostenlos erhältliche Digitorials. Das Digitorial bereitet auf einer responsiven Website wissenswerte Hintergründe, kunst- und kulturhistorische Kontexte sowie wesentliche Ausstellungsinhalte mit innovativem Storytelling leicht zugänglich auf. So kann man sich bereits vor dem Besuch auf die Themen der Ausstellung einzustimmen.

Städel App – Der ideale Begleiter für den Museumsbesuch

In der Ausstellung angekommen, haben die Besucher fortan die Möglichkeit mit der kostenlosen Städel App wissenswerte Informationen rund um den Besuch abzurufen. Die App verfügt über einen Bildscanner und gewährt Zugriff auf ausführliche Hintergrundinformationen zu über 100 Werken der Städelschen Sammlung. Nutzer können zudem den Audioguide der jeweiligen Sonderausstellung gegen eine Gebühr direkt auf ihr Smartphone laden.

Erweiterung des Bildungsauftrags in den digitalen Raum

Die Digitale Erweiterung des Städel Museums ermöglicht mit neuen Technologien und Kommunikationswegen parallel zum realen, physischen Museumsbesuch ein alternatives Angebot. Durch den faktisch unbegrenzten digitalen Raum wird die Reichweite der Aktivitäten des Städel um ein Vielfaches erweitert, sodass sich der Wirkungsraum des Museums signifikant vergrößert.

Wir gratulieren dem Städel zu diesem zukunftsweisenden Vermittlungskonzept und natürlich zum 200-jährigen Bestehen.

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