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CFP: Das Diaphane. Architektur und ihre Bildlichkeit

Bauhaus-Universität Weimar, 20. – 21.01.2017
Eingabeschluss: 31.07.2016

Das Diaphane, das Durchscheinende, ist elementar für die Wahrnehmung des architektonischen Raumes. Im Gegensatz zur Transparenz verunklart, verschleiert, streut das diaphane Material Licht und damit Räume — wie auch den Blick des Betrachters. Zugleich affiziert diese Diffusion den Körper des Betrachters. Die diaphane Architektur lässt die Räume, die Körper und die Oberflächen verschmelzen. Grenzen verschwimmen und Texturen werden weich. Das durchschienene Bauteil zieht den Blick auf sich, doch es erschwert, es verhindert gar den Durchblick. Diese Eigenschaften lassen das Diaphane zu einer architektonischen Eigenschaft werden, die auf besondere Weise die Bildlichkeit der Architektur in Frage stellt: Ist das Diaphane ein Beleg für die Architektur als Bild? Oder handelt es sich nur um eine Applikation, ein Attribut der Architektur selbst, also um etwas genuin architektonisches, genuin räumliches – oder ist dies vielleicht gar kein Widerspruch? Kann nicht vielmehr das Bild — ausgehend von der diaphanen Architektur — ebenfalls als architektonisch, räumlich, auf den Körper bezogen gedacht werden?

Ziel der Tagung ist es, das Diaphane als einen Aspekt der Bildlichkeit von Architektur zu erörtern und umgekehrt über das Diaphane die Bildlichkeit (oder Bildhaftigkeit) der Architektur fassbar zu machen und so die Annäherung an einen aus der Architektur selbst entwickelten Bildbegriff fortzuschreiben. Dabei schließt die Konzeption der Tagung sowohl an aktuelle philosophische Forschungen zum Begriff des Diaphanen, als auch an kunsthistorische, medien- und architekturtheoretische Fragestellungen an.

Hintergrund ist die Frage, ob und wie die phänomenologische Wahrnehmung von Architektur mit einem kunst- oder medientheoretischen Bildbegriff zusammen gedacht werden kann. Während die phänomenologische Wahrnehmung der Architektur, die existentiell mit dem Körper in Bewegung verbunden ist, auf eine über 100 Jahre alte Theoriegeschichte zurückblicken kann, hat der Bildbegriff der Kunst- und Medientheorie in den letzten zehn Jahren eine extreme Aufweitung erfahren. Nicht zuletzt die Kunst selbst und ihre partizipativen Spielarten haben hier die Grenzen zwischen den Gattungen (zum Beispiel Malerei, Skulptur oder Performance) verschwimmen lassen. Die grundlegende Frage, ob Architektur bildhaft oder gar bildlich werden kann, soll daher im Rahmen der Tagung untersucht werden. Und dies an einem Aspekt, der die Architektur, den Betrachter und seinen Körper in Bewegung betrifft: Das Diaphane.

Das Diaphane in der Architektur wurde in dieser konzentrierten Form bisher noch nicht untersucht und verspricht instruktive Aufschlüsse über die Bildlichkeit der Architektur.

Gefragt sind daher Beiträge, die in diesem Themenspektrum agieren und damit die Bildlichkeit der Architektur mit dem genannten phänomenologischen Schwerpunkt und/oder das Diaphane zum Thema haben. Vorschläge (ca. 2.000 Zeichen) können zusammen mit einem kurzen Lebenslauf bis zum 31. Juli 2016 an diaphan@archit.uni-weimar.de gerichtet werden.

Als Sprecher bereits zugesagt haben unter anderen Andreas Beyer (Kunstgeschichte, Basel), Kurt W. Forster (Kunst- und Architekturgeschichte, Yale) und Jörg H. Gleiter (Architekturtheorie, Berlin).

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ulrike Kuch, Professur Theorie und Geschichte der modernen Architektur, Bauhaus-Universität Weimar; Email: ulrike.kuch@uni-weimar.de.

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