Home Blog News Was bewegt die Kunstwelt #19 (25.11.-08.12.14)

Was bewegt die Kunstwelt #19 (25.11.-08.12.14)

Museum des Jahres 2014: Marta Herford
Courtesy Marta Herford © Helmut Claus

Langsam aber sicher geht es auf das Jahresende zu. Diese Zeit wird immer wieder gerne für Ehrungen aller Art genutzt. Auch in der Kunstwelt wurden in den vergangenen 14 Tagen viele Preise verliehen: Der Sprengel-Preis ging an Benjamin Badock, der Ritschl-Kunstpreis an Katharina Grosse, der Hectorpreis 2015 an Alicja Kwade, der Kunstpreis des Saarlands an Werner Bauer und die Erfurter Erinnerungsstätte „Topf & Söhne“ erhielt den Museumspreis der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Im Zentrum des medialen Interesses standen aber zwei andere Preisverleihungen, denn auch der bedeutende Turner Prize wurde verliehen und in Deutschland wurde das Museum des Jahres gekürt. Wer die Gewinner sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Aktuelles aus der Kunstwelt

Museum des Jahres gekürt

Das Museum Marta Herford wurde von einer Jury deutscher Kunstkritiker zum Museum des Jahres 2014 gekürt. Es „zeige auf beeindruckende Weise, wie die Vermittlung zeitgenössischer Kunst mit einer außergewöhnlichen Architektur in Einklang zu bringen sei“. Ausstellung des Jahres 2014 wurde die Übersichtsschau zum Werk des französischen Künstlers Pierre Huyghe im Museum Ludwig in Köln. Als Besondere Ausstellung 2014 wurde die Arbeit „Hauptstraße 85a“ von Gregor Schneider ausgezeichnet. Er ließ für das Kunstprojekt „Synagoge Stommeln“ in Pulheim bei Köln das frühere Gotteshaus hinter einer kleinbürgerlichen Einfamilienhaus-Fassade verschwinden.
www.stern.de

Duncan Campbell gewinnt Turner Prize

Der Irische Künstler Duncan Campbell gewinnt den Turner-Preis, die bedeutendste Auszeichnung für zeitgenössische Kunst in Großbritannien. Er wurde geehrt für seinen Film über die Ausbeutung afrikanischer Kunst. TateShots stellt den Künstler in einem Videoportrait vor.

So könnte das Guggenheim Helsinki aussehen – 6 finale Entwürfe

Die sechs besten Ideen des internationalen Architektenwettbewerbs für das Guggenheim Helsinki wurden prämiert. Sie haben sich gegen 1.709 weitere Einreichungen durchsetzen können. Wird das Museum das neue Wahrzeichen der finnischen Hauptstadt?
www.designguggenheimhelsinki.org

Gurlitt Werkliste veröffentlicht

Nach der Annahme des Nachlasses von Cornelius Gurlitt veröffentlichte das Kunstmuseum Bern bereits drei Tage nach dem Annahmeentscheid zwei Listen der Werke, die in München Schwabing und Salzburg gefunden wurden. Darunter befinden sich Ölgemälde von Paul Cézanne, Edouard Manet und Claude Monet sowie Werke von Pablo Picasso. Die Werklisten können auf der Internetseite des Museums als PDF abgerufen werden.
www.kunstmuseumbern.ch

Messebericht: Art Basel Miami Beach

Vom 4. bis 7. Dezember 2014 fand die Art Basel zum 13. Mal in Miami statt. 267 Galerien aus 31 Ländern präsentierten Werke der Moderne und Zeitgenössische Kunst. Für alle, die es dieses Jahr nicht nach Florida geschafft haben, stellt das art-Magazin die sechs spannendsten Neuentdeckungen der Kunstmesse vor. Eine Slideshow von blouinartinfo.com zeigt 133 Werke und gibt damit einen kleinen Überblick über das Programm der Galerien, die sich dieses Jahr auf der Messe präsentieren durften. Auch vernissage.tv besuchte die Messe und gibt Eindrücke in einem Video wieder.

Neue Publikationen


ArteFakte: Wissen ist Kunst – Kunst ist Wissen

Das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst ist eng verknüpft mit tradierten Rollenbildern, Werte- und Begriffssystemen. Dieser Band dokumentiert die Ergebnisse des Jahresthemas »ArteFakte« der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und versammelt vielfältige Themen, Akteure und Positionen aus beiden Feldern. Mit Beiträgen von Beatrice von Bismarck, Horst Bredekamp, Lorraine Daston, Erika Fischer-Lichte, Hannah Hurtzig, Bruno Latour, Hans-Jörg Rheinberger, Tomás Saraceno u.v.a.
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Oskar Schlemmer. Visionen einer neuen Welt

Das Katalogbuch zur ersten umfassenden Schlemmer-Retrospektive seit fast vierzig Jahren präsentiert über 250 hochrangige Werke, insbesondere die sieben Originalkostüme des Triadischen Balletts sowie rare Zeitdokumente. Der Zusammenhang mit den ganzheitlichen Reformbestrebungen des Bauhauses wird ebenso diskutiert wie Schlemmers vergebliche Versuche, seine »unpolitische« Kunst mit den staatskünstlerischen Vorstellungen der NS-Diktatur zu vereinbaren.
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Daniel Josefsohn. OK DJ

Daniel Josefsohn (*1961) hat die Gratwanderung zwischen Provokation und Humor, zwischen ironischer Setzung und politischer Anstiftung genau austariert, um unbequem zu sein und dennoch geliebt zu werden. Seine Fotografien bewegen sich zwischen Kunst und Kommerz. Nach der legendären Miststück-Kampagne für den Musiksender MTV in den 1990er-Jahren arbeitet Josefsohn für zahlreiche Magazine und prägt ab 2010 mit seinen Arbeiten das Außenbild der Volksbühne Berlin. Nach einem Schlaganfall im Jahr 2012 dokumentiert er in der Foto-Kolumne des ZEITmagazins ein Jahr lang gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Karin Müller das Vorher und Nachher, kontrastiert das Leichtlebige mit dem Schwermütigen, das Dreckige mit dem Schönen.
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Aktuelle Ausstellungen

Courbet > Daubigny. Das Rätsel der „Schleuse im Tal von Optevoz“

München, Neue Pinakothek, 27.11.14 – 09.03.15
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das jüngst restaurierte Gemälde »Schleuse im Tal von Optevoz«, das vor mehr als hundert Jahren als Werk Gustave Courbets erworben wurde, und die Dokumentation seiner überraschenden, ungewöhnlichen Geschichte. Erste Zweifel an der Zuschreibung des Werkes kamen bereits in den Neunziger Jahren auf, Gewissheit ergab jetzt eine Restaurierung. Das Gemälde stammt von Charles-François Daubigny, der es lange nach Courbets Tod übermalt hat.
www.pinakothek.de

VERZWEIGT. Bäume in der zeitgenössischen Kunst

Bad Homburg, Museum Sinclair-Haus, 30.11.14 – 22.02.15
Angesichts seiner lebenswichtigen Bedeutung für den Menschen, ist der Baum seit jeher elementarer Bestandteil unserer Gedanken. Er gehört daher auch zu den häufigsten abgebildeten Motiven in der Kunst. Mit der Ausstellung nimmt das Museum Sinclair-Haus also ein traditionelles Naturmotiv in den Blick, das auch in der zeitgenössischen Kunst vielfach bearbeitet worden ist. Erstmals werden Werke aus einer hochkarätigen Privatsammlung gezeigt, die ganz auf das Baum-Sujet ausgerichtet ist.
www.altana-kulturstiftung.de

Unsubscribe. Ein neues Werk von Gregor Schneider am Rosa-Luxemburg-Platz

Berlin, Rosa-Luxemburg-Platz, 05. – 19.12.14
Die in Berlin gezeigte Arbeit GEBURTSHAUS ist ein Bestandteil von UNSUBSCRIBE – nach CRYO-TANK und LIEBESLAUBE die dritte Arbeit Schneiders an der Volksbühne. Schneiders gebaute Räume stellen die Frage nach dem originalen, dem eigentlichen Raum: Was macht die Authentizität eines Raumes aus? GEBURTSHAUS stellt die Frage auf überraschende Weise neu. Sie bezieht sich auf den Raum, in dem am 29. Oktober 1897 Paul Joseph Goebbels geboren wurde.
www.volksbuehne-berlin.de

WChUTEMAS – Ein russisches Labor der Moderne. Architekturentwürfe 1920 – 1930

Berlin, Martin-Gropius-Bau, 05.12.14 – 06.04.15
WChUTEMAS, oftmals als ‚russisches Bauhaus’ bezeichnet, war eine legendäre Kunstschule der Moderne in den 1920er Jahren. Erstmals zeigt eine Ausstellung in Deutschland einen wichtigen Ausschnitt – mit dem Schwerpunkt Architektur – aus dem Wirken von WChUTEMAS. Mit etwa 250 Werken: Skizzen, Zeichnungen, Malerei und Modellen von Lehrern und Studierenden.
www.berlinerfestspiele.de

Künstlerräume 02. Werke aus den Sammlungen

Bremen, Weserburg – Museum für moderne Kunst, 05.12.14 – 31.05.15
15 Räume. 15 künstlerische Welten. Die Weserburg präsentiert erneut in einer spannungsreichen Abfolge höchst unterschiedliche Künstlerräume. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Vielfalt und Qualität künstlerischer Produktion heute, welche sich eindrucksvoll in den Sammlungen der Weserburg abbilden. Ausgewählte Räume sind von den Künstlerinnen und Künstlern speziell für diese Ausstellung eingerichtet worden.
www.weserburg.de

Call for Papers

Camouflage!

Interdisziplinäre Forschung zum Verbotenen und Verborgenen
Frankfurt a.M., 20.-22. Nov 15
Die gegenwärtige Kunstgeschichte und Bildwissenschaft wendet sich an ein Werk, dem per se Erschließbarkeit und Offenheit zugeschrieben wird, übersieht dabei jedoch all Jenes, das sich diesem nach Erschließbarkeit suchenden Blick entzieht, sich also weiter tarnt. Die 4. Jahrestagung des Vereins “Das Bild als Ereignis e.V.” setzt an jenen Schwellen der Kunstgeschichte an, um alles Verborgene und Verbotene zum Diskurs zu bringen, das bisher eher marginal betrachtet wurde. Ziel ist es, im Rahmen der international ausgerichteten Tagung an der Universität Frankfurt ein differenziertes Licht aus den unterschiedlichen Disziplinen auf das Phänomen der Camouflage zu werfen.
Deadline: 1. Feb 2015
www.bildalsereignis.de

Haben Sie das gesehen?

Das Geheimnis Mona Lisa

Seit Jahrhunderten ist die „Mona Lisa“ der Star unter den Kunstwerken. Kaum ein anderes Gemälde wurde so häufig zitiert und imitiert. Aber wen zeigt Leonardo da Vincis Werk? Es gibt zwei schriftlich überlieferte Hinweise auf die Identität der „Mona Lisa“, doch sie schließen einander aus. Ist das Rätsel um die geheimnisvoll lächelnde junge Frau überhaupt zu lösen? (53 Min. | Verfügbar bis 13.12.2014)
www.arte.tv

LIDO: Anton Corbijn – Shooting Stars

Anton Corbijn bewegt sich in zwei unterschiedlichen Welten: in der Fotografie und im Film. 2007 führte er zum ersten Mal Regie bei „Control“, 2010 drehte er „The American“ mit George Clooney, 2014 folgte sein dritter Spielfilm „A most wanted man“. Berühmt wurde Corbijn als Fotograf von Rock Musikern und Bands wie Joy Division, Depeche Mode, U2, Tom Waits, Herbert Grönemeyer und R.E.M. Über ein Jahr lang hat Reiner Holzemer den Künstler bei Dreharbeiten und Ausstellungen begleitet, um herauszufinden, wohin die Reise des rastlosen Künstlers geht. (43 Min.)
www.br.de

STILBRUCH: Ein Museum der Moderne für Berlin

Berlin soll ein „Museum der Moderne“ am Kulturforum bekommen, um auch in der Hauptstadt moderne Kunst präsentieren zu können. Dafür stellt der Bund 200 Millionen Euro zur Verfügung. Doch wie sollte das Berliner „MoMa“ aussehen, damit es zwischen die gläserne Nationalgalerie und die goldglänzende Philharmonie passt? Stilbruch hat Berliner Architekten gefragt, wie sie sich das Museum der Moderne vorstellen. (05:19 Min. | Verfügbar bis 27.11.2015)
www.ardmediathek.de

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hat Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena studiert. Er arbeitete bei der Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt an mehreren Ausstellungen und Publikationen mit und war als Redakteur und Kurator tätig. 2011 gründete er kunstgeschichte.info.

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