Home Blog News Was bewegt die Kunstwelt #12 (20.08.-01.09.14)

Was bewegt die Kunstwelt #12 (20.08.-01.09.14)

Screenshot: www.pabloundpaul.de

Pünktlich zum Berliner Messemonat bildet der Kunstmarkt den Schwerpunkt unseres Newsletters. Sie erfahren, warum Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Kunsthandelsstandort Deutschland gefährdet sieht, wie der Kunstmarkt online und offline neue Wege geht und wie das Management von Kunstgalerien wirklich funktioniert. Außerdem warten aktuelle Ausstellungen, spannende Termine und ausgewählte Stellenangebote auf Sie.

Aktuelles aus der Kunstwelt

Verlagerung des Kunstmarkts in das World Wide Web

Die kürzlich bekanntgegebene Kooperation von Sotheby’s und eBay zeigt, dass das Internet von wachsender Bedeutung für den Kunsthandel ist. Die Macher von Pablo & Paul wollen Kunst demokratisieren und Kunstinteressierten leicht zugänglich machen, indem sie erschwingliche Unikate und exklusive Editionen anbieten. Sie verbinden eine Online-Präsenz mit einem lokalen Store-Konzept. Sabrina Möller von Art and Signature sprach mit Dr. Philipp Bode, dem Geschäftsführer von Pablo & Paul, über das innovative Konzept und die Frage, ob wir schon bereit sind für einen rein digitalen Kunstmarkt.
www.artandsignature.com

Monika Grütters sieht Kunsthandelsstandort Deutschland gefährdet

In einem Interview mit dem Kunstmagazin „art“ sprach Kulturstaatsministerin Monika Grütters über die Steuerdebatte für Kunstverkäufe und die Rolle der Kunst beim Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA. Sie wirft den Bundesländern vor, die Umsetzung der neuen Steuerregeln für den Kunsthandel zu verweigern und dadurch den Kunsthandelsstandort Deutschland zu gefährden. Hintergrund der Kritik ist die von der EU geforderte Mehrwertsteuererhöhung von 7 auf 19 Prozent für den Kunsthandel. Politik, Verbände und EU-Kommission einigten sich darauf, nur 30 Prozent des Kaufpreises mit dem vollen Steuersatz zu belegen. Die Umsetzung durch die Bundesländer werde allerdings regelrecht verweigert, so Grütters.
www.art-magazin.de

Der Art Truck bringt Kunst zu den Menschen

Doch nicht nur im Internet werden neue Ideen für den Kunstmarkt entwickelt. In Berlin verfolgt das alternative Auktionshaus Les Prochaines ein neues und unkonventionelles Konzept: Kunst wird vom Lastwagen aus verkauft. Mit dem Art Truck wird eine mobile Ausstellung an verschiedenen Stationen in Berlin installiert. In außergewöhnlicher Umgebung sollen so Menschen an Kunst herangeführt werden, die den Weg ins Museum oder eine Galerie für gewöhnlich scheuen. Am 27. September werden die Werke beim letzten Halt des Art Truck vor dem Bikini Berlin versteigert.
www.monopol-magazin.de

Können Computer Kunsthistoriker ersetzen?

Viele altehrwürdige Berufsfelder verschwinden durch die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft. Nun kam die Frage auf, ob demnächst auch die Kunsthistoriker dazuzählen. Grund dafür ist ein neu entwickelter Algorithmus, der Beziehungen zwischen Kunstwerken erkennen soll. Die noch sehr überschaubare Datenbank besteht aus 1710 Gemälden von 66 Künstlern. Doch bereits jetzt konnte die Datenbank Beziehungen zwischen einzelnen Werken erkennen, die auch schon von Kunsthistorikern erkannt und veröffentlicht wurden. Darüber hinaus konnte der Algorithmus aber auch eine Verbindung herstellen, die so noch nicht erkannt wurde: Frédéric Bazille’s „Studio 9 Rue de la Condamine“ und Norman Rockwell’s „Shuffleton’s Barber Shop“ weisen interessante Parallelen auf. Ersetzen können Computer die Arbeit eines Kunsthistorikers sicher trotzdem nicht, aber solche Programme werden ein immer wichtigeres Werkzeug und geben Kunsthistorikern neue, spannende Möglichkeiten an die Hand.
medium.com/the-physics-arxiv-blog

Das LACMA nutzt als erstes Museum die App Snapchat

Social Media ist für viele Museen mittlerweile ein etabliertes Werkzeug der Öffentlichkeitsarbeit geworden. Vor allen Facebook, YouTube, Twitter und Instagram werden von vielen Einrichtungen mehr oder weniger gut verwendet, um eine persönlichere Kommunikation mit der Zielgruppe zu gewährleisten. Das Los Angeles County Museum of Art setzt nun als erstes Museum auf den Social Media-Dienst Snapchat, eine Messaging-App für Android und iOS. Damit lassen sich Fotos, Videos und Bilder teilen. Es bleibt abzuwarten, welche Museen dem LACMA folgen.
hyperallergic.com

Neue Publikationen


Management von Kunstgalerien

Was macht eine Galerie erfolgreich? Wie machen Galerien richtig Marketing? Wo schlummern versteckte Umsatzpotenziale? Und welche Kundengruppe ist die attraktivste? Mit einer umfassenden Forschungsarbeit analysiert der promovierte Betriebswirt Magnus Resch das Innenleben von Galerien. Direkt, anschaulich und begleitet von vielen Beispielen beschreibt er einen neuen Ansatz zum Management von Galerien. Nicht zuletzt die eigene Erfahrung des Autors, der mit 20 Jahren eine Galerie gründete und heute Internet-Startups hochzieht, verleiht dem Band Überzeugungskraft und eine frische Note.

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Aktuelle Ausstellungen

Rembrandt – Tizian – Bellotto. Geist Und Glanz Der Dresdner Gemäldegalerie

München, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, 22.08. – 23.11.2014
Aufgrund der 2013 begonnenen, mehrjährigen Sanierungsphase geht die Dresdner Gemäldegalerie mit einer Wanderausstellung auf Reisen. Den Auftakt bildet die Münchner Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, ab Dezember ist die Ausstellung im niederländischen Groninger Museum und im Juni 2015 schließlich im Winterpalais in Wien zu Besuch. Insgesamt 99 Werke werden in der Schau zu sehen sein, darunter Meisterwerke wie Rembrandts „Ganymed in den Fängen des Adlers“, Tizians „Dame in Weiß“ oder Antoine Watteaus „Liebesfest“. Künstler wie Guercino, Velázquez und Anton van Dyck sind mit bedeutenden Werken vertreten.
www.kunsthalle-muc.de

Expressiv – Konstruktiv – Phantastisch. Ostdeutsche Kunst 1945 bis 1990 aus einer Privatsammlung

Potsdam, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, 22.08. – 05.10.2014
Ostdeutsche Kunst findet gegenwärtig immer größeres Interesse und Aufmerksamkeit. Doch zeichnen sich Tendenzen ab, einen begrenzten Kreis von Künstlern zu „kanonisieren“. Nach wie vor sind vor allem die „Leipziger Schule“ und deren Schüler im öffentlichen Bewusstsein präsent. Die Ausstellung präsentiert eine seit den 1970er Jahren entstandene Potsdamer Privatsammlung, die unabhängig von der offiziell geförderten Kunst der DDR nach subjektiven Vorlieben entstanden ist. Sie bietet die Möglichkeit, eher unbekannte Künstler kennen zu lernen und Einblick in eine äußerst lebendige alternative Kunstszene zu gewinnen.
www.hbpg.de

Die Revolution entlässt ihre Bilder. Von Malewitsch bis Kandinsky

Münster, Picasso Museum, 23.08. – 19.10.2014
Die Ausstellung mit Exponaten aus einer deutschen Privatsammlung und europäischen Museen vereinigt Gemälde, Fotografien, Filme und Skulpturen des Who is Who der künstlerischen Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts – vom Konstruktivismus über das Bauhaus bis zu De Stijl, mit Werken von Künstlern wie u.a. Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch, Alexandra Exter, László Moholy-Nagy, Piet Mondrian, El Lissitzky und Theo van Doesburg.
www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

Thomas Hirschhorn. Höhere Gewalt

Berlin, Schinkel Pavillon, 29.08.14 –-28.09.14
Der Schinkel Pavillon präsentiert eine Installation des Schweizer Künstlers Thomas Hirschhorn. Er fügt dem Ausstellungsraum allerdings keine Arbeit hinzu, sondern dekonstruiert den Ort. Seine raumgreifende Arbeit simuliert den Einsturz der Decke des Pavillons, dem Besucher erwartet ein Bild der Verwüstung. Mit dieser Installation verwandelt Hirschhorn den White Cube in ein großformatiges Environement.
www.schinkelpavillon.de

Save the Date

Kunstwoche in Berlin

Für sechs Tage versammeln sich wieder Kunstliebhaber und Kunstexperten aus aller Welt in der Kunstmetropole Berlin, um aktuelle Strömungen in der zeitgenössischen Kunst zu entdecken, zu erleben und sich auszutauschen.

Berlin Art Week – 16.-21.09.2014 – www.berlinartweek.de
abc – art berlin contemporary – 18.-21.09.2014 – www.artberlincontemporary.com/de
Positions Berlin Art Fair – 18.-21.09.2014 – www.positions.de
Berliner Liste – 18.-21.09.2014 – www.berliner-liste.org

#AskACurator Day

17.09.2014
Am jährlich stattfindenden #AskACurator Day können Fragen via Twitter an teilnehmende Kultureinrichtungen gestellt werden. Museen, Galerien, Stiftungen und Theater aus über 30 Ländern nehmen teil (zur Teilnehmerliste). Sowohl allgemeine Fragen unter dem Hashtag #AskACurator als auch spezifische Fragen unter @Museumsname sind möglich.
www.mardixon.com

stARTcamp Köln

Köln, Macromedia Hochschule, 27.09.2014
Unter dem Motto #Flauschrausch steht das vierte stARTcamp Köln. Bei der „Un-Konferenz“ trifft eine Mischung aus Kulturschaffenden, Newbies, Praktikern und Profis aus der Kultur- und Kreativszene aufeinander, um voneinander zu lernen. Vorträge rund um das Thema „Social Media für Kunst, Kultur und Kreative“ werden angeboten.
www.startcampkoeln.wordpress.com

Haben Sie das gesehen?

Ólafur Elíassons „Riverbed“

Mit seinem Ausstellungsprojekt „Riverbed“ bespielt der dänische Künstler Ólafur Elíasson das komplette Louisiana Museum of Modern Art. Tonnenweise karges Island hat er ins Museum geschüttet und mittendurch fließt ein Fluss. Es geht ihm in seiner Kunst um die Auflösung der Grenzen zwischen Drinnen und Draußen, von Kunst und Natur. Warum man diese Ausstellung mit seinen Füßen sieht, erfahren Sie in diesem Beitrag von ttt – Titel Thesen Temperamente. (04:53 Min.)
www.daserste.de

Strictly Critical Video: One Hour Looking at a Jackson Pollock Painting at MoMA

Während sich die meisten Museumsbesucher nur wenige Sekunden einem Kunstwerk widmen, schauen die beiden Kunstkritiker Blake Gopnik und Christian Viveros-Fauné genau hin: Sie verbringen eine ganze Stunde vor Jackson Pollocks Werk „Number 31“ von 1950 und diskutieren darüber. Ein 5-minütiges Video fasst diese Aktion zusammen.
news.artnet.com

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hat Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena studiert. Er arbeitete bei der Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt an mehreren Ausstellungen und Publikationen mit und war als Redakteur und Kurator tätig. 2011 gründete er kunstgeschichte.info.

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