Home Meldungen Call for Papers CFP: 91. Kunsthistorischer Studierendenkongress „vermeintlich anders“

CFP: 91. Kunsthistorischer Studierendenkongress „vermeintlich anders“

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91. KSK Leipzig

Leipzig, Institut für Kunstgeschichte, 24. — 27.11.2016
Einsendeschluss: 31.08.2016

Grenzen zum vermeintlich Anderen entstehen im Kopf. Unsere Selbstwahrnehmung und unsere Sozialisation bestimmen, was wir als fremd empfinden und rufen unterschiedlichste Reaktionen hervor. Es entsteht ein Spielraum für Annäherung, Austausch und schließlich Bereicherung, aber auch für Gleichgültigkeit, Abgrenzung oder sogar Gewalt.

Wie nähert man sich einem Phänomen an, das je nach Perspektive droht, verzerrt zu werden?
Die Auseinandersetzung mit dem Fremden, aber auch mit der Entfremdung von sich selbst, sind Themen, die immer wieder von Künstler*innen aufgegriffen werden und Raum für mehr oder weniger bewusste Positionierungen bieten. Dabei entstehen bis heute unterschiedliche künstlerische Zeugnisse, die von Reisen und Dialogen erzählen, gleichzeitig jedoch auch Machtstrukturen offenlegen können. Aktuell zeigt sich, dass ebenso Massenmedien, die gewachsene Mobilität und die Heterogenität einer zunehmend globalisierten Gesellschaft große Auswirkungen auf die zeitgenössische Kunst haben.

Welche Relevanz und Aktualität können künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Fremden heute für uns haben und wie können wir damit umgehen?
In diesem Kontext nimmt die Kunstgeschichte als eine Wissenschaft, die künstlerische Zeitzeugnisse reflektiert, eine zentrale Rolle ein. Eine kritische Betrachtung der eigenen Wissenschaftsgeschichte sowie der angewandten Methoden ist dabei unablässig. Zu einen gibt uns die Kunstgeschichte Kategorien und andere Werkzeuge, die einen Zugang zur Kunst ermöglichen, zum anderen können uns diese vorgegebenen Strukturen den Blick verstellen. Auch die Frage nach kulturellen Konstrukten, die unter anderem durch Institutionen wie Museen gebildet werden, kann deutlich machen, welche unbewussten Mechanismen Fremdheit erzeugen.

Welche Wahrnehmungsmuster lassen sich erkennen und welchen Einfluss kann Kunst auf die eigene Identität, die Politik und das Zeitgeschehen haben?
Es zeigt sich, dass die Rezeption des scheinbar Anderen in der Kunst zuweilen nicht nur Ausdruck von Faszination ist, sondern auch im Schatten von Imperialismus, Kolonialismus, Rassismus oder Sexismus gesehen werden muss. Um sich diesen Aspekten nähern zu können, bieten sich sowohl traditionell kunstgeschichtliche als auch interdisziplinäre Methoden an. Dabei kann sich beispielsweise an ikonographischen und stilgeschichtlichen Ansätzen genauso wie an postkolonialistischen, transkulturellen oder queerfeministischen Studien orientiert werden.

Gibt es einen Bedeutungswandel des Fremden, der sich innerhalb der Kunstgeschichte nachvollziehen lässt?
Wir möchten auf dem 91. KSK in Leipzig den Diskurs über das Fremde in der Kunstund Bildgeschichte aus verschiedenen Blickwinkeln thematisieren und laden herzlich alle Studierenden der Kunstgeschichte, von Studienanfänger*innen bis Promovierenden, dazu ein, sich mit Vorträgen, Workshops oder anderen Formaten zu beteiligen. Englischsprachige Beiträge von Studierenden, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, werden gleichrangig berücksichtigt. Zudem soll im Rahmen eines hochschulpolitischen Plenums die studentische Vernetzung gefördert werden.

Wir sind gespannt auf Eure Einsendungen und freuen uns darauf, Euch bald in Leipzig begrüßen zu dürfen und mit euch vier gemeinsame Tage zu gestalten.

Eure Abstracts von ca. einer Seite für die 20 bis max. 25 minütigen Vorträge könnt ihr uns bis 31. August 2016 mit einem akademischen Lebenslauf an 91.ksk.leipzig@gmail.com senden. Wenn ihr Ideen für andere Formate habt, dann wendet euch einfach direkt an uns.

QUELLEwww.ksk-in-leipzig.de
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